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Impressionen 2. Messetag (3. März 2010)

Roundtable ePR21 Personenstandsregister Beim ersten Roundtable am zweiten Messetag der CeBIT 2010 ging es um die Erfolgsstory von ePR21 – dem elektronischen Personenstandsregister. „Durch die ausreichend lange Pilotphase war der Umstieg auf das neue System geebnet. So hatten wir zum 1. Januar einen reibungslosen Start von ePR21“, berichtete Michael Ahlborn vom Standesamt Frankfurt. Diese Erfahrung teilt Christian Hampel, Standesamtsleiter der Stadt Bielefeld. Auch in Bielefeld war die Einführung von ePR21 ein Erfolg: Das System läuft ohne Probleme und die Mitarbeiter haben es sehr gut angenommen. „Ich kann alle Städte nur ermutigen, diesen Schritt zu machen“, empfahl Hampel. Auch Jörg Siebenhüner von der ARGE „ePR21 für das Land Sachsen-Anhalt“ setzt auf die hessische Lösung. „Große Neuinvestitionen waren nicht nötig, weil wir auf erprobte Systeme aus Hessen zurückgreifen konnten“, berichtet er. Die Standesämter hätten das Fachverfahren gut angenommen.
„Der Gesetzgeber hat erkannt, dass das Personenstandsgesetz für die Rechtssicherheit eines Staates fundamental ist, aber modernisiert werden muss. Anfang 2009 ist das überarbeitete Gesetz in Kraft getreten“, so Bertram Huke, Direktor der ekom21. Das Gesetz stellt Standesämter vor neue Herausforderungen – so müssen die Personenstandsregister nun elektronisch geführt werden. Der Verlag für Standesamtswesen hatte – als Hersteller des einschlägigen Fachverfahrens – frühzeitig Konzepte zur kostengünstigen Umsetzung dieser Anforderungen entwickelt. Klaudia Metzner vom Verlag für Standesamtswesen hat das Gesetzgebungsverfahren von Anfang bis Ende miterlebt. Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden: „Unser Fachverfahren funktioniert und basiert auf den rechtlichen Rahmenbedingungen“. Die Architektur der Version AutiSta 9 unterstütze alle Anforderungen an den zukünftigen IT-Betrieb im Standesamt und soll im Rechenzentrum eingesetzt werden. „Für diese Aufgabe sind wir bestens gerüstet. Wir haben eine aufwendige Zertifizierung nach BSI Grundschutz erfolgreich durchlaufen“, sagte Bertram Huke von der ekom21. Die 100-prozentige Verfügbarkeit des Rechenzentrums sei hierbei absolut notwendig. „Nicht dass der Hochzeitstag ins Wasser fällt, weil die IT nicht funktioniert“, scherzte Huke. Wenig Verständnis zeigte er für die Pläne anderer Bundesländer, eigene Fachverfahren zu entwickeln. „Wir haben in Hessen ePR21 als Eisbrecher durch die See gebracht. Es ist ein gutes Modell, das andere Länder einfach übernehmen können.“ Abgesehen davon koste die Entwicklung neuer Verfahren eine Menge Steuergelder.
Entsprechend dem Personenstandsgesetz sollen auch die Sammelakten elektronisch geführt werden. „Bei uns in Bielefeld geht es nach den Sommerferien damit los, die Sammelakten einzuscannen“, berichtete Hampel. Den Vorteil sieht er darin, dass die vielen Archivgänge nicht mehr nötig sein werden. Michael Ahlborn vom Standesamt Frankfurt kann das bestätigen. In der Mainmetropole startete man Anfang des Jahres mit den elektronischen Sammelakten. Die Mitarbeiter haben nun von jedem Arbeitsplatz aus Zugriff darauf.

Bundes-CIO Rogall-Grothe Die neue IT-Beauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, nutzte die Messe zu einem ersten persönlichen Treffen mit ihrem CIO-Kollegen aus Hessen, Staatssekretär Horst Westerfeld. Gesprächsthemen waren vor allem solche E-Government-Projekte, bei denen die Verwaltungsebenen von Bund und Ländern übergreifend zusammenarbeiten. Viele dieser Projekte werden aus Hessen maßgeblich voran getrieben. Cornelia Rogall-Grothe interessierte sich auch für den Unternehmensservice „Einheitlicher Ansprechpartner“ für Dienstleistungsunternehmen, die ihre Leistung in Deutschland anbieten wollen. Alle nötigen Formalitäten und Verfahren müssen gemäß der EU-Dienstleistungsrichtlinie elektronisch über eine zentrale Stelle abgewickelt werden können. In Hessen wurden dafür eben jene „Einheitlichen Ansprechpartner“ bei den Regierungspräsidien geschaffen, und zwar pünktlich zum EU-Stichtag 28. Dezember 2009. Sie koordinieren die Anfrage, leiten Daten an die zuständigen Stellen weiter und fungieren als Schnittstelle zwischen Antragsteller und Behörden. Hessen hält dazu als einziges Bundesland ein System bereit, mit dem sich Kundenanfragen über verschiedenen Verwaltungsebenen hinweg komplett elektronisch bearbeiten lassen und das automatisch Folgeprozesse anstößt.

StS Otto aus dem Bundeswirtschaftsministerium Direktor des Landesrechnungshofes, Dr. Karl Heinrich SchäferEben jenen Einheitlichen Ansprechpartner ließ sich auch Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, von Hessen-CIO Horst Westerfeld erläutern.

Der Landesrechnungshof, vertreten durch Direktor Dr. Karl Heinrich Schäfer und Kollegen, stattete dem hessischen Territorium auf der CeBIT einen Besuch ab und diskutierte aktuelle Projekte mit CIO Westerfeld.

Roundtable Wirtschaftlichkeit und Effizienz in modernen Behörden„Das Gebot der Wirtschaftlichkeit gilt auch für Behörden – auf Landes- und auf Bundesebene.“ Mit diesen Worten begann Horst Westerfeld, CIO und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie der Hessischen Landesregierung, die Gesprächsrunde zum Thema „Wirtschaftlichkeit und Effizienz in modernen Behörden“. Peter te Reh, Referent für Informationstechnologie beim Deutschen Städtetag wies auf die finanziell schwierige Situation hin. Von knapp 400 Gemeinden in Nordrhein-Westfalen hätten nur rund fünf einen ausgeglichenen Haushalt. Die wichtigste Frage sei deshalb: Wie kann man die knappen Mittel gut einsetzen? Nach Meinung von Dataport-Vorstandsmitglied Dr. Johann Bizer muss die Zusammenarbeit zwischen Ländern und Kommunen besser werden, um wirtschaftlich zu arbeiten – vor allem in Hinblick auf die Haushaltsnotlage vieler Kommunen. Dass jedes Land und jede Kommune eigene Fachverfahren entwickelt, sei nicht zielführend. Als größter kommunaler IT-Dienstleister in Hessen bietet sich die ekom21 Kommunen als Kooperationspartner und Softwareentwickler an, berichtete Geschäftsführer Ulrich Künkel. Der Landesbetrieb Verkehr (LBV) Freie und Hansestadt Hamburg hat dieses Angebot angenommen. Nach einer Ausschreibung entwickelt man dort in Kooperation mit der ekom21 eine Kfz-Zulassungssoftware. „Wir standen vor der Entscheidung, selbst eine neue Software zu entwickeln oder uns einen starken Kooperationspartner zu suchen. Wir haben uns für letzteres entschieden, denn so haben wir Zugang zu einem ganzen Entwicklerteam“, sagte LBV-Geschäftsführer Dr. Jörg Oltrogge.

Horst Westerfeld, CIO und Bevollmächtigter für E-Government und Informationstechnologie der Hessischen LandesregierungAuch der Orientierung am Kunden darf sich die Verwaltung laut Westerfeld nicht verschließen: „Der Steuerzahler sorgt für unsere Einnahmen, deshalb kann er auch einen wirtschaftlichen Umgang damit verlangen.“ Gefragt sei Effizienz im Sinne des Bürgers, so Westerfeld. Vor allem auf kommunaler Ebene sei Wirtschaftlichkeit ein Muss. „Wir haben rund 600 Kundenkontakte am Tag – klar, dass dabei jeder online abgewickelte Klick Zeit spart“, sagte Martina Fuchs, Leiterin des Offenbacher Bürgerbüros, und ergänzte: „Bürger wünschen sich von ihrer Kommune vor allem Service.“ Deshalb hat sich Offenbach ein neues Konzept überlegt und das Bürgerbüro nach dem Lebenslagenprinzip strukturiert. Wer umzieht, kann sich im Bürgerbüro nicht nur ummelden, sondern auch gleich beim lokalen Stromanbieter den Umzug bekannt geben. Auch das Offenbacher Entsorgungsunternehmen ist in das Bürgerbüro integriert – eine zentrale Anlaufstelle also für fast alle Belange.

Roundtable Einsatz einer Servicecenter-SoftwareUm IT-Lösungen für Servicecenter ging es danach auf der Hessenbühne, und zwar ganz praktisch anhand von Beispielen aus Kassel, Frankfurt und Hamburg. Die Hansestadt wickelt bereits 1,5 Millionen Anfragen im Jahr über den so genannten „Hamburg Service“ ab. „Das sind 1,5 Millionen Anfragen weniger bei den Sachbearbeitern in den Ämtern“, zeigte Jutta Drühmel-Lindig die direkten Einspareffekte des Projektes auf. Durch den Beitritt zur D115 vor einem Jahr habe sich die Qualität der Hamburger Bürgerberatung noch einmal deutlich verbessert. Ein Grund dafür seien die vernetzten Wissensmanagementsysteme, mit deren Hilfe die Mitarbeiter im Servicecenter die Anfragen beantworten. Das Unternehmen Axcentro bietet entsprechende Lösungen an, wie Geschäftsführer Kai Uwe Ernst beschrieb. Das Servicecenter der Städte Frankfurt und Offenbach – seit gestern auch Teil der D115 – nutze eine Axcentro-Software, die über eine Schnittstelle zum so genannten Hessen-Finder verfügt, in dem wiederum das Wissen um die Verwaltungsleistungen aller hessischen Behörden zusammenläuft. Der Hessen-Finder ist damit die Basis nicht nur für die einheitliche Behördenrufnummer, sondern auch für die Umsetzung der EU-Dienstleistungsrichtlinie (EU-DLR) in Hessen. Wie es künftig mit der D115 weitergeht, war die Frage an Dr. Annette Schmidt, die auf Projektebene Hauptansprechpartnerin in Hessen ist. Sie ermunterte die Kommunen, nun in die Umsetzung zu gehen. „Wir vom Land unterstützen die Städte und Gemeinden dabei“, sicherte sie zu. Der Hessen-Finder werde stetig für den Einsatz in den D115 Service-Centern optimiert. Mittelfristig sollten auch die Landesbehörden verstärkt in den Second-Level-Support integriert werden. In Frankfurt und Kassel ist man in Sachen Servicecenter schon sehr weit gekommen: „Die Kommunen haben angesichts der angespannten Finanzlage ja gar keine andere Chance, als Prozesse digital zu unterlegen und zu verschlanken“, sagte Dr. Joachim Benedix von der Stadt Kassel. Christian Ley von der Stadt Frankfurt und er sehen den Schlüssel in Kooperationen zwischen den Kommunen. So arbeiten „ihre“ Städte in den Projekten D115 und EU-DLR eng zusammen. Viele Meilensteine habe man schon passiert, fasste ekom21-Geschäftsführer Ulrich Künkel den Status zusammen. Doch jetzt gehe es weiter. Anzustreben sei aus seiner Sicht eine einheitliche Plattform für Servicecenter-Software und kommunales Fallmanagement. „Mit solch fortschrittlichen Lösungen, wie sie in Hessen schon heute zum Einsatz kommen, werden wir die flächendeckende Einführung der D115 bis ins Jahr 2013 auf jeden Fall erreichen“, lautete das Fazit von Dr. Annette Schmidt.

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